Am Montag den 23.6.1997 um 19.30 Uhr fanden sich ein paar Fasnachts- und Musikverrückte Freunde im Mothotel Rex in Stans ein. Aus einer Idee am Biertisch entsprungen, wurde über die Gründung einer Kleinformation heftig und Rege debattiert. Was, wie, wo und überhaupt waren die Themen. Es dauerte einige Zeit und ein paar Bierchen bis der Namen gefunden war.
„UFFDÄTÄ brässbänd“
Ja, so wollten wir uns in Zukunft nennen und Weltruhm erlangen…………
(Zum allgemeinen Verständnis hier die Übersetzung: Dieser Name entstammte den melancholischen Bass-Stimmen der Marschmusik .......uffdä..uffdä..uffdätääää......!)
Dieser Name würde mit Bestimmtheit zu uns passen und sollte sich in den Köpfen der Leute verankern. Im Weitern mussten wir uns an diesem Abend auf einen Musikstil einigen, was uns noch viel Kopfzerbrechen bereitete. Reggae, Rock, Schlager, Volksmusik, Ländler oder sollte es uns gar zur Klassik hinziehen? Schliesslich wurde es Fabian dann zu bunt und er meinte; Herren „in erster Linie soll es doch eingänlich sein, oder etwa nicht?“. Die anderen hielten diesen Vorschlag für weise und stimmten dem ganzen recht zufrieden zu. Dieser Abend verlief sehr euphorisch, da wir ja bereits grosse Schritte (Name & Musikstil) unserer Mission zurückgelegt hatten. An diesem Abend wurde uns ebenfalls bewusst, dass Singen definitiv nicht unsere Stärke ist und uns der Wirt durch die Blume mitteilte, doch etwas leiser zu singen, da ihm sonst die Gäste wegliefen. Der nächste Morgen war umso ernüchtender, da der Kater Einzug hielt.
Am darauffolgenden Montag wurde die erste Probe eingeläutet, entsprechend unserer Erwartungen wurden die Noten verteilt. Nach den ersten Takten merkten wir, dass das eigentlich ganz gut funktionierte und Lust auf mehr brachte. Klar, es war schon komisch alleine eine Stimme zu spielen ohne die Rückendeckung eines „Gspändlis“. Wenn man falsch spielt, kann man sich nicht hinter dem Rücken des Gspänlis verstecken. Es war beeindruckend wie sich eine Eigendynamik entwickelte und die individuellen Charakteren sich zu formen begannen. Schnell zeichnete sich ab, wer ein Reisser war und wer mehr oder weniger gefallen daran fand, ohne Druck zu musizieren, was in jedem Falle auch wichtig ist. Die Monate zogen in die Lande und es entstand ein ansprechendes Repertoire das sich hören lies.
Unseren ersten Auftritt verlegten wir kurzerhand ins Ausland, man weiss ja nicht wie so was ausgeht. In Brühl/DE wurden wir sehr herzlich aufgenommen und zum Stadtfest begrüsst. Unser Ego wurde dadurch so gross, dass wir beim ersten Lied kurzzeitig vergassen, was wir nun zusammen spielen sollten und sich daraus eine "Jazzversion" entwickelte die selbst die Miller’s und Armstrong’s zum Weinen gebracht hätte! Unbeirrt der schrägen Töne und komischen Melodien fanden wir dennoch einen Weg den Song zusammen zu beenden und den ersten Gig mehr schlecht als recht ausklingen zu lassen! Nach diesem Intermezzo trafen wir uns zur allgemeinen Lagebesprechung und harrten der Dinge die noch kommen sollten! Da es unser Stolz nicht zuliess die Geschichte so zu beenden, gingen wir noch einmal auf die Gasse und siehe da, von diesem Zeitpunkt an funktionierte es blendend. Klar waren wir im Stolz gekränkt, als einer der Zuschauer an uns heran trat und fragte ob wir auch „u la pla löma Planka“ spielen können und ob wir eine Tanzkapelle seien. Nach diesem Einwand zogen wir uns zurück und genossen in aller Stille den kleinen Erfolg, welchen wir gemeinsam erreicht hatten. Die einen (Bossi, Thomi, Becki) zog es nun zum Riesenrad (Höhe ca. 2.20 m) die andern genossen ein würziges Rauchbier, wieder andere versuchten sich am Kühlschrank unseres Sponsors und die restlichen zwei (Bieri und Remo) stellten sich an einem Bier-Ausschankwagen als Wurfzwerge zur Verfügung. Alles in allem war die Generalprobe gelungen und wir kehrten mit viel Elan und Freude in die Schweiz zurück! Der Grundstein für eine gemeinsame Zukunft war gelegt. Die Zukunft brachte nicht viele Neuigkeiten und Aussergewöhnliches was zu berichten lohnt, wir probten und spielten etliche Auftritte und alles in allem war es eine "gfreuti Sach".
Wie jeder andere Verein, blieb auch unsere Truppe vor Änderungen nicht verschont und wir wurden mehrmals durch diverse personelle Mutationen deftig durchgeschüttelt. Den Tiefstpunkt erreichten wir im Jahr 2001 als wir noch ganze 5 Mitglieder zählten. Dennoch liessen wir uns nicht entmutigen und probten jeden Montag ohne wenn und aber weiter. Es kamen auch wieder neue Mitglieder dazu doch irgendwie war der Wurm drin und wir drehten uns ständig im Kreis.
Da einige Mitglieder schon etliche Jahre Guggenmusik auf dem Buckel hatten und Umzüge nicht mehr zur Lieblingsbeschäftigung gehörten, entschlossen wir uns miteinander an die Fasnacht zu gehen und nur noch in der Kleinformation mitzumachen!
Das war die beste Entscheidung seit der Entstehung unserer Formation. Wie ein Warmstart bei einem Computer wurde auch unsere Formation zu neuem Leben erweckt. Plötzlich gelangen Sachen die man von uns nicht kannte, zudem steigerte sich dadurch die Motivation der einzelnen Mitglieder, dass es für mich eine wahre Freude war, die Entwicklung des Einzelnen mitzuvervolgen.
Nun mussten unsere Lieder natürlich auch auswendig laufen. Ich staunte, auf einmal klappte das ohne Probleme. Um den Neuanfang abzurunden beschlossen wir (vor zwei Jahren) uns von dem Nahmen „UFFDÄTÄ BRÄSSBÄND“ zu trennen. Man merkte den Gründungsmitgliedern zwar an, dass ihnen dass nicht leicht fiel, aber wir wollten den neuen Drive voll mitnehmen und unter die Vergangenheit einen endgültigen Strich ziehen.